IT'S ONLY ROCK am 03.September 2011
6 Jahre hat es gedauert bis zur Wiederholung des epochalen Großereignisses der besonderen Art - desIT'S ONLY ROCK Festivals.
Am 03. September 2011 war es soweit... Vor, auf und hinter der halleschen Freilichtbühne trafen bei sonnigem Wetter und dreißig Grad wilde Rocker aus halb Europa zusammen, um gemeinsam bis in die Nacht herein ein Rock-Event der besonderen Art zu zelebrieren. Auf dem Lineup standen 6 Bands mit feinsten Köstlichkeitaus dem musikalischen Obst- und Gemüsegarten, die für umme die Luft noch weiter zum kochen bringen wollten.

Der Tag begann zunächst mit dem Anschlag ernster Töne: über die dürftigen Zustände der Jugendsozialarbeit sowie die hallesche Krebshilfe wurde gesprochen. Themen, die wohl über kurz oder lang und direkt oder indirekt jeden von uns etwas angehen. Danach fegten mit Westernhut und Lederstiefeln Line-Tänzerinnen über das Peißnitzbühnenparkettsurrogat. Da ließ sich auch das Publikum vor der Bühne zum mittanzen und mitklatschen anstecken. Als musikalischer Pausenfüller fungierten Ethanolica. Man munkelt, dass bei den Men In White neben Huckepackpogo auch Richtung Bühne fliegende männliche Unterhosen gesichtet wurden...

Mit den beiden Gewinnern des Rockpool Bandcontests startete der Abend in das eigentliche Lineup. Mit einem kurzen Stelldichein legten Built Under Surface gleich mit avantgardistischem Indie-Rock los und betörten die frühabendlich anwesende Audienz mit gekonntem Dezententertainment. Unterstützt von zwei aufsteigenden Heißluftballons als extravagante 3D-Bühnendeko. Sowas gibt’s nur beim Rockpool e.V., werte Leserinnen und Leser :-)

Anschließend enterten die Blues-Rocker von Blue Rising Sun die Bühne. In Pseudo-Jimi-Hendrix-Gitarrenkunstmanier zogen die drei Jungs das Publikum in einen magischen Bann voller Leidenschaft, den keiner so schnell entgehen konnte.

Zwar nicht mit Pauken und Trompeten, dafür aber mit Gitarrenkrawall (oder des selbsternannten natural-heavy-kickass-blues-rock&roll-krautrock) und gelegentlichen Saxophon und Posaunen Ausflügen heizten die Barfussrocker von Coogans Bluff ein. Bei dieser Hörnervstimulation hielt es auch die immer zahlreicher werdenden Zuhörer nicht länger auf den vier Buchstaben und eine Woge des ausschweifenden Miteinandertanzens und Haareschüttelns begann.

Danach wurde es wild, laut, ja fast schon dröhnend auf der Freilichtbühne im Madonna-BH-Stil der 80er. Orphan Hate schmetterten brachialen Metal-Sound von der Manege. Frontfrau Sina ließ stimmlich die Männer im Schatten stehen und shoutete zum hämmernden Bass, zerrigen Gitarren und donnernden Schlagzeug souverän, dass die Peißnitz nur so bebte.

Im schnellen Musiktempo ging es auch hinterher weiter, wenngleich ein weniger partytauglicher. Die Herren von Bettie Ford schmetterten dem prall gefüllten Publikumsbereich Vollgas-Punk entgegen. Mitwippen, Hüfteschwingen oder einfach gleich beherzt durch die Menge springen war selbstverständlich erlaubt und wurde auch anmutig betrieben. UNd so kam es dann auch, wie es kommen musste: es blieb kaum ein Shirt auf und vor der Bühne unschweißgebaded.

Wer dachte, eine Abkühlung gibt’s von dem skandinavischen Quartett Mother Misery, der irrte gewaltig, denn volle Breitseite musizierten die Schweden Stoner mit eingängigen Riffs und ordentlich Schmackes. Da bewies auch das Publikum zu vorgerückter Stunde nochmal Pfeffer im Poppser und brut/briet/brat/ ... was auch immer die Vergangenheitsform von braten sein möge ... im eigenen Saft bis zum bitteren Ende.